Radfahren - Wandern - Kanufahren - Klettern

Apricus-Logo

10.03.19: Von Chorin zum Plagefenn

Eine Vogelstimmenwanderung

  • Wann: am Sonntag, den 10.03.19
  • Treffpunkt: Gesundbrunnen, um 7:55 Uhr, Gleis 4 (S-Bahn)
    (Anm. 26.2.: Änderung zum bisher veröffentlichten Termin!)
  • Länge: ca. 18 km

Wir treffen mit dem Zug um 9:17 Uhr in Chorin ein. Der Sammelpunkt vor Ort ist um 9:20 Uhr die Bahnhofs-Imbissecke (falls jemand bereits vor Ort sein sollte).

Eine kurze Beschreibung der Wanderung:

Durchs Dorf Chorin geht es in Richtung Wald zum Denglerstein, weiter entlang des Kienitz- bis zum Conwentzstein. Lauter Gedenksteine begleiten uns zunächst. Einer der Findlinge trägt die Inschrift: „Hier darf der Wald sein Leben leben.“ Wir treffen auf den Fennweg, einen Wanderweg rund um's Plagefenn. Eine Umrundung wird heute jedoch nicht möglich sein. Wir folgen dem Weg am westlichen Rand des Plagefenns, parallel zur angrenzenden Kernzone des Nationalparks. An einigen Punkten werden wir stehen bleiben, inne­halten, tief durchatmen und dem Wald zuhören. Das Plagefenn ist so reich an Vögeln, dass fast überall mindestens ein halbes Dutzend gleichzeitig singt. Über den Denglerweg geht es zurück in Richtung Amtssee. Hier haben wir eine schöne Weitsicht auf das Kloster Chorin. Wir kehren in die Klosterschänke ein, wandeln direkt am Kloster vorbei und kommen über den Klostersteig nach Chorin.

Feste Schuhe, Proviant, Fernglas sowie Freude daran, mal zu schweigen und zuzuhören (5 bis 10 Minuten lang) - sind empfehlenswert!

Rückfahrt:

Die Züge fahren von Chorin nach Berlin stündlich.

  • Abfahrt Chorin: 16:43 Uhr / 17:43 Uhr …
  • jeweils mit umsteigen in Bernau in die S2
  • Ankunft Berlin-Gesundbrunnen: 17:59 Uhr / 18:59 Uhr

Anmeldungen:

Bitte an Anke Siegemund bis zum 07.03.19, per Mail: anke_siegemund<at>hotmail.com oder per Telefon: 0174 / 2894119

Ich freue mich auf eine schöne Frühlingswanderung.
Anke


Das Kleingedruckte:

Der Laubmischwald des Plagefenns wurde im Jahr 1907 komplett unter Schutz gestellt, auf Initiative des brandenburgischen Forstmeisters, Max Kienitz. Das gelang ihm mit Hilfe seines mächtigen Verbündeten, Hugo Wilhelm Conwentz, einen der Gründerväter der Naturschutzbewegung in Deutschland und Europa. Conwentz war Direktor der 1906 errichteten Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen und er setzte durch, dass das Plagefenn zum ersten Naturschutzgebiet Norddeutschland erklärt wurde.

Seit 1990 ist der Wald Teil des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin; bei dessen Gründung wurde die ursprüngliche Schutzzone auf angrenzende Wälder ausgedehnt. Eine Kernzone gilt als Totalreservat, hier ist seit Jahrzehnten kein einziger Baum mehr gefällt worden. Im Plagefenn bleibt alles stehen und liegen, in einigen Teilen bereits seit vielen hundert Jahren. Alle Bäume wachsen nicht nur, wo und wie lange sie wollen, sie dürfen auch eines natürlichen Todes sterben, und der zieht sich bei Bäumen meist über Jahre und Jahrzehnte hin. In diesem langsam vor sich hin faulenden Holz aber „tobt die Biodiversität“. Es gibt allein an die 2500 Arten von Großpilzen, Algen und Flechten, die sich von Holz in verschiedenen Verfallstadien nähren, dazu kommen nochmals über 1300 Arten von Käfern, außerdem Ameisen, Wildbienen und Wespen. Und das sind nur die Insekten.

So paradox es klingt: Vom Totholz hängt ab, wie lebendig ein Wald ist, wie reichhaltig sein Inventar auch an größeren Tieren ist und wie nahe er dem kommt, was es in Mitteleuropa kaum mehr gibt: unberührte Natur. Man kann diese Lebendigkeit sehen, aber auch hören, denn das Totholz bestimmt nicht zuletzt, wie viele Vögel im Wald vorkommen und welche. Eine Artenfamilie ist darauf in besonderem Maße angewiesen: die Spechte. Für die meisten mitteleuropäischen Spechtarten - zehn sind es insgesamt – ist dieser Wald ein Eldorado. Mehr darüber kann ich auf der Wanderung erzählen. Vieles von dem, was hier steht, habe ich dem Buch „Federnlesen - Vom Glück, Vögel zu beobachten“ von Johanna Bomberg entnommen.

 

Seite zuletzt geändert: 03.03.2019