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09. - 13.05.18: Paddeltour zu Himmelfahrt

Auf der Werra zwischen Hörschel und Witzenhausen

Das Werratal ist an landschaftlicher Vielfalt kaum zu überbieten: pralle Naturromantik, gesunde Wälder, blumige Auen, stolze Burgen, fachwerkbunte Orte voll freundlicher Menschen, Kultur satt - und das seit 20 Jahren grenzenlos. Doch das war nicht immer so, denn das Durchflussgebiet der Werra lag über Jahrzehnte in weiten Teilen im Grenz-Sperrgebiet und konnte weder besucht noch touristisch erschlossen werden. Doch dann, dann kam die Wende und die Versperrung hatte ein Ende... So führt uns unsere Paddeltour in das reizvollste Kanu-Gebiet zwischen Hörschel und Witzenhausen, welches uns durch grüne Weidentunnel oder eingebettet in enge Böschungsprofile durch weite offene Auenlandschaften führt. Wir sehen die Welt aus einer ganz anderen Perspektive. Begleitet werden wir von zahlreichen Burgen, Schlössern und genießen dabei die unberührten Natur- und die traditionsreichen Kulturlandschaften!

Anreise:

Treffpunkt ist am 9. Mai der Kanu-Club Rennsteig e.V. in Hörschel / Eisenach in der Rennsteigstr. 11 (Tel.: 036928 / 91103 bzw. 0163 / 4183323). Hörschel (Hp) ist zu erreichen vom Bahnhof Eisenach mit der Eisenbahn oder mit dem Bus. Danach geht es schnell zu Fuß zum Kanu-Club.

Tag 1: (Ebenshausen) – 19km

Unser erster Paddeltag beginnt unweit vom Beginn des legendären Rennsteiges und führt uns entlang der Stadt Creuzburg nach Ebenshausen. Oberhalb der Stadt Creuzburg befindet sich die namensgebende Creuzburg welche im Kern romanisch ist und zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert mehrmals umgebaut wurde. Die Creuzburg war bevorzugter Aufenthaltsort der Landgräfin Elisabeth von Thüringen (1207-1231). Dort befindet sich auch die Werrabrücke von 1225, welche als die älteste erhaltene Steinbrücke nördlich des Mains gilt. Nächtigen werden wir auf einen Naturcampingplatz bei Ebenshausen auf dem es *KEINE* Möglichkeit zum Einkauf oder dem Besuch einer Gaststube gibt.

Tag 2 : (Altenburschla) – 23km

Heute führt uns unsere Tour z.B. durch Treffurt, welches im 11. Jahrhundert entstand, als zum Schutz der drei Werrafurten die Burg Normannstein, eine über dem Ort thronende mittelalterliche Burg errichtet wurde. Die Furten gaben der Stadt ihren Namen ("Treffurt"). Hier können neben einer kleinen Stadttour die Lebensmittelvorräte aufgebessert werden. Nächtigen werden wir wieder auf einen Naturcampingplatz, eingebettet in einer wunderschönen Berglandschaft direkt am Ufer der Werra.

Tag 3: (Wahlhausen) – 30km

An diesem Tage steht uns die längste Streckenetappe bevor, was ein rechtzeitiges Wegkommen voraussetzt. Jedoch werden wir wieder mit allerlei Sehenswürdigkeiten belohnt wie mit der Stadt Wanfried oder Eschwege.

Wanfried welches im Laufe der Geschichte aufgrund seiner Grenzlage immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt wurde, gehörte mal zu Thüringen, mal zu Hessen. 1608 wurde Wanfried vom Landgrafen Moritz von Hessen zur Stadt erhoben und erhielt Marktrecht. Die damalige Werraschifffahrt machte den Ort zu einem wichtigen Handels- bzw. Umschlagszentrum vom Wasser zu den Landwegen nach Leipzig und Nürnberg. Im 19. Jahrhundert verlor Wanfried seine Bedeutung als Handelsstadt. Im sogenannten Wanfrieder Abkommen wurde 1945 ein Gebietstausch zwischen der US-amerikanischen und sowjetischen Besatzungszone entlang der so genannten Whisky-Wodka-Linie vereinbart.

Eschwege ist eine sehenswerte Fachwerkstadt in Nordhessen und liegt im ehemaligen Grenzland zwischen der alten Bundesrepublik und der DDR. Sie besticht mit schönen Fachwerkfassaden, einem Zinnfigurenkabinett oder den Werratalsee für die sommerliche Badefreude. In ihrer umliegenden Region befinden sich die Hessische Schweiz sowie der Hohe Meißner.

Tag 4: (Witzenhausen und Abreise) – 17km

Unsere letzte Etappe nach Witzenhausen führt uns durch Lindenwerra am Höheberg, dessen höchste Erhebung die nahe Junkerkuppe (510,7 m ü. NHN) ist. Ein dortiger Sandsteinfelsen, die Teufelskanzel (452 m), bietet gute Aussichtsmöglichkeiten unter anderem auf die Werraschleife.

Lindewerra - Kriegsende und DDR-Zeit
Während des Rückzugs der Wehrmacht wurde am 8. April 1945 der Mittelteil der Werrabrücke gesprengt. Vor der Besetzung am 9. April entstanden durch amerikanischen Granatwerferbeschuss in Lindewerra zahlreiche Schäden an Wohnhäusern und Nebengebäuden. Anfang Juli 1945 wurde der Ort an die Sowjetische Besatzungszone abgegeben. Da er selbst vom Wanfrieder Abkommen nur dergestalt betroffen war, dass in dessen Folge der Verlauf der Zonengrenze nun in die Flussmitte verlegt wurde, blieb Lindewerra in der Sowjetzone. In der Nachkriegszeit verlief die Grenze von da an unmittelbar am Dorf vorbei und bildete damit ab 1949 die Innerdeutsche Grenze. Daher wurde auch die Werrabrücke nicht wieder aufgebaut. Anfangs bestand noch über eine Fähre Zugangsmöglichkeit zu den Feldern auf der anderen Flussseite. 1952 wurde das Grenzregime verschärft und alteingesessene Familien wurden im Rahmen der Aktion "Ungeziefer" ausgewiesen. Die 1961 und noch bis 1987 laufend verstärkten Grenzanlagen – auf dem erhaltenen östlichen Brückenkopf stand ein Wachturm – riegelten das Dorf hermetisch ab. Lindewerra lag im Sperrgebiet, das nur mit Sondergenehmigung von zuverlässigen Personen aus der DDR besucht werden durfte.

Witzenhausen ist eine Kleinstadt im Werra-Meißner-Kreis im Nordosten von Hessen, Deutschland. Überregional bekannt ist die Stadt durch die Erfindung der Biotonne im Jahr 1983 und als bedeutendes Anbaugebiet für Kirschen. Das Gebiet gilt als das größte geschlossene Kirschenanbaugebiet Europas. Die Kirsche hat Tradition in Witzenhausen und so wird jedes Jahr im Juli die Kesperkirmes (Kesper = Kirsche) gefeiert, bei der eine Kirschenkönigin gewählt wird.

Von Witzenhausen bestehen gute Anschlussmöglichkeiten mit der Eisenbahn oder Bus in aller Herren Länder oder einfach alle Großstädte Deutschlands. Für ganz Eilige oder deren Autos noch in Hörschel auf ein Wiedersehen warten, hat der Kanuverleiher noch ein paar Plätze in seinem Transporter frei.

Teilnahme

TN-Gruppe A-Mitglied Gast
Erwachsene 90 € 110 €
Ermäßigt / Hartz4 * 75 € 95 €
Schüler / Student ** 55 € 63 €
Kind 7-14 Jahre ** 45 € 53 €
Kind 4 - 6 Jahre ** 35 € 35 €

*) Hartz IV-Empfänger: bitte Nachweis vorlegen
**) Die Preise für Kinder und Jugendliche sind durch den Verein gestützt/ reduziert

Der Eintritt in Kultureinrichtungen ist nicht im Preis enthalten.

Anmeldung

...bis zum 29.04.2018 bei Alex unter coolossi84<@>web.de oder unter der Telefon­nummer 0174 / 1730 740 bei gleichzeitiger Einzahlung auf das
Apricus-Konto bei der Sparkasse Vorpommern,
IBAN: DE23150505000235004375,
BIC: NOLADE21GRW.

Bis dann auf der Werra,
Alex

 

Seite zuletzt geändert: 18.03.2018