Himmelfahrtspaddeltour 2016 auf der Trebel

04.05.2016 - 08.05.2016

Himmelfahrt 2016 hieß es wieder: "In die Boote" und auch zum ersten Mal im Jahr "In die Zelte".

Dieses Mal zog es uns in den Norden vom Osten Deutschlands auf die Trebel, einem Nebenfluss der bekannteren Peene. Die Tour gab es zum 2. Mal, startete aber schon ein bisschen früher als beim ersten Mal, nämlich in Kirch Baggendorf. Irgendwo außerhalb des kleinen Ortes auf einer Wiese war der Treffpunkt und unser erster Übernachtungsplatz, den alle eigentlich ohne Schwierigkeiten, dafür auf unterschiedlichste Arten fanden, weil dahin nix fuhr.

Super auch, dass Carsten und Helge sehr früh da waren und sich – wie stets – um das obligatorische Feuer kümmerten. Nur kurz schockte uns ein heimischer Jäger, der auf seinem Moped vorbeikam und uns belehren wollte, dass das hier nicht geht, wegen Naturschutz, bevor er auf Nimmerwiedersehen eine ungefilterte Abgaswolke hinter sich herziehend verschwand.

Die Nacht war es nochmal eisig. Erst legte sich ein irrer Nebel auf's Feld, dann kam der letzte Frost des Jahres. Einige haben sich da in der Klamottenauswahl etwas verschätzt und froren erheblich. Dafür wurden wir aber am Morgen entschädigt. Bei herrlichstem Sonnenschein und nachdem die Nachzügler Sven und Thomas zu uns stießen, ging's los. Das Teilstück der Trebel bis Tribsees war komplett naturbelassen, rechts und links von Wiesen und Feldern umgeben und nur einmal von einer mittelgroßen Straße gekreuzt. In Tribsees stießen dann noch Gerold und Wolfgang dazu. Hier gab es erstmal eine Kirchbesichtigung für einige, während andere noch lieber die Sonne genießen wollten. Die St.-Thomas-Kirche aus dem 13./15. Jahrhundert im Stil der norddeutschen Backsteingotik erbaut, fiel vor allem durch in ihren Mauern nistende Falken auf, die wir wunderbar beobachten konnten. Ein weiterer kultureller Höhepunkt bestand in einem Fußmarsch zur hiesigen Dönerbude, den sich fast alle gönnten und dort einen Mords-Döner abholten. Am abendlichen Feuer lernten wir noch eine andere kleine Paddelgruppe kennen, die wir von da an – gar nicht nervend, aber immer wieder – mit einem Beitritt in den Verein lockten.

Am Freitag ging es nach Nehringen. Die Trebel war auf dem Stück noch naturbelassener, aber ein bisschen mehr von Schilfen umgeben, so dass man schön ohne den Blick auf die Zivilisation paddeln konnte. Allerdings kam immer mehr Westwind auf und obwohl wir mit der – sehr geringen – Strömung unterwegs waren, wurde es doch einigermaßen anstrengend. Am meisten Spaß haben uns wohl die Drosselrohrsänger (oder Schilfrohrsänger?) gemacht, die wir allerorts im Schilf hören und ab und zu auch sehen konnten. Und heute war es richtig heiß. Die Sonne donnerte mächtig herunter und alle haben sich mehr oder weniger (ich armer!) einen netten Sonnenbrand geholt. Der Anlegeplatz in Nehringen bot dann Gelegenheit, erstmal ein erfrischendes Bad in der Trebel zu nehmen und dann einen schönen Abend am Feuer zu begehen. Das haben wir anbekommen, auch wenn die Holzsuche nicht ganz einfach war und wir ganz schön suchen und schleppen mussten. Jörg und ich sorgten für musikalische Unterhaltung und wechselten uns an der Munti und Gitarre ab.

Samstag wurde es noch windiger und gefühlt noch heißer. Jedenfalls haute die Sonne wieder kräftig auf die schon verbrannte Haut runter. Die Trebel, die jetzt breiter und auch verzweigter wurde, forderte uns wieder viel ab, aber belohnte uns auch mit dem Blick auf herrliche Landschaften rechts und links. Nur das Anlegen unterwegs erwies sich als schwierig, so dass wir eigentlich fast bis Demmin durchgepaddelt sind. Auf dem Demminer Kanu-Vereins-Platz durften wir zwar kein Feuer machen (Skandal!!!), dafür gab es einen großen Grill und gemeinschaftlich organisierten wir ein leckeres Abendessen mit viel Salat, Wurst, Fleisch und Vegetarischem. Zwischendurch – eigentlich die ganze Tour lang – erfreute und überraschte uns/mich Moritz mit allerlei Weisheiten, zum Beispiel, welches das schwerste Tier im Wasser ist und ganz viel mehr – Respekt vor so viel Wissensdurst in jungen Jahren!

Den Sonntag nutzten einige noch zu einer kleinen Runde auf der Peene Richtung Kummerower See, während andere lieber faul in der Sonne rumlagen oder die Rückfahrt nach Hause antraten.

Also: Das war mal wieder eine Super-Paddel-Tour! Die kleine Trebel ist wunderbar natürlich und bietet sehr viel Schönes für Aug und Ohr. Danke an die Organisatoren Diana und Jörg für ein reibungsloses und darum erholsames und tolles Paddelerlebnis. Und das Wetter habt ihr auch gut eingeplant – war fast schon zu gut ;-). Danke an alle Mitpaddler für tolle Tage und schöne Erinnerungen. Spezieller Dank an Wolfgang für's Transportieren einiger Gepäckstücke und für's Bier kaufen. Und vielen Dank an Moritz für den lehrreichen Unterricht unterwegs.

Noch was: Ich habe auf Dropbox einen Ordner "Apricus Paddeln 2016" für einige freigegeben. Ich hoffe, Ihr seht den und stellt da ein paar Bilder rein, die wir dann auch gern auf der Homepage platzieren. (Hoffe das klappt. Weiß nicht genau, wie das funktioniert.)

Adios - Der Micha

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