Sommerpaddeln auf der Elbe

Am 15. Juli des 2. Coronajahres trafen sich 12 muntere Leutchen, um die Elbe (Labe) mit dem Boot von Ústí nad Labem Richtung Dresden (Heidenau) zu er-fahren...

15.07.2021 - 18.07.2021

Bericht

Am 15. Juli des 2. Coronajahres trafen sich 12 muntere Leutchen, um die Elbe (Labe) mit dem Boot von Ústí nad Labem Richtung Dresden (Heidenau) zu er-fahren, nachdem der ursprüngliche Termin zu Himmelfahrt den Maßnahmen zum Opfer gefallen ist.

Auch dieses Mal beschäftigten uns Maßnahmen – diesmal von tschechischer Seite – sodass wir einen Test vorzeigen und ein kompliziertes Formular ausfüllen mussten. Beides hat dann aber in Tschechien keiner sehen wollen.

Treffpunkt – aber nicht Paddel-Start – war Donnerstagabend der Campingplatz in Děčín direkt unter der Brücke mit einer wichtigen Einfallstraße in die Stadt. Entsprechend war auch der Geräuschpegel, was aber der guten Laune keinen Abbruch tat und durch die schöne Aussicht auf das Schloss Děčín und durch die gute und ausreichende Verpflegung am Camping-Kiosk/Imbiss locker gut gemacht wurde.

Angereist wurde völlig verschieden (und bei den Jenaern mit einer kleinen Verwirrung um einen am Bahnhof liegengelassenen Gegenstand), sodass wir nach und nach aber dann irgendwann alle und ohne weitere Probleme ankamen. Am Abend saßen dann:

  • aus Berlin: Ireen und Markus und aus Hannover: Ute
  • aus Jena: Caro, Alex und Thomas
  • aus Coswig: Paula, Tesi und Jakob
  • und aus Leipzig: Helge, Frank und Micha

…zusammen bei ersten Piva und Becherovka und stimmten uns auf die Bootsfahrt ein.

Am Freitag erwartete uns ein schöner sonniger Tag und wir mussten recht früh raus, weil wir zunächst von Děčín nach Ústí mit dem Zug fuhren, wo unser Bootsverleiher die 5 Boote vorbeibrachte. (Paula konnte uns heute nicht begleiten, da sie noch für ihr Studium eine letzte Arbeit einzureichen hatte). Auf ging's auf einer recht vollen und schnellen Labe auf ca. 24 km zurück nach Děčín. Allzu anstrengend war das nicht und so genossen wir oft in Formation den natürlichen Antrieb des Flusses. Unterwegs gab es eine ausgiebige Mittagspause in einem Restaurant direkt am Fluss, welches uns der Bootsverleiher empfohlen hatte (was ich aber auf der Karte nicht wiederfinde).

Da wir dann recht früh wieder am Campingplatz angelandet waren, hatten wir noch viel Zeit, gemeinsam Elbe-zu-schwimmen oder besser zu treiben. Am Abend statteten wir dem Schloss hoch über der Stadt und dem Fluss einen Besuch ab und erfreuten uns dort auch an einem schönen Rosengarten und 2 Pfauen, die frei herumliefen.Das Schloss entstand bereits im 10. Jahrhundert als hölzerner Bau zur Überwachung der Elbe und wurde im 13. Jahrhundert zu einer steinernen Burg erweitert. Mehrere Besitzerwechsel und die Nutzung als Kaserne in verschiedenen Kriegen erhielten das Schoss, aber verhinderten seinen Verfall nicht komplett. Erst nach 1990 wurde die komplette Anlage wieder restauriert und in den heute zu bewundernden Zustand gebracht. Höhepunkt ist dabei – neben der weiten Aussicht auf Land und Labe – die 292 Meter „lange Fahrt“, eine komplett von Mauern umgebene ansteigende Straße hinauf zum Schloss.

Das gemeinsame Abendessen begann nach einem kleinen Stadtrundgang in einem Freisitz einer guten tschechischen Kneipe, dann trieb uns aber ein erster schwerer Regenguss rein, bevor wir den Abend wieder an der Bar auf dem Campinglatz ausklingen ließen. Da gab es auf Grund Ireens Geburtstag den ein oder anderen kleinen Trunk mehr und es wurde allerlustigst.

Der Samstag begann erstmal noch trocken, aber die Wolken verhießen schon nichts Gutes. Nach dem Zeltabbau paddelten wir los bis kurz vor die Grenze in Děčín zu einem letzten Mittagstisch auf tschechisch, zwar nicht in der bekannten Kneipe am Elbufer, dafür weiter „oben“ im „Bernard“ mit einer richtig guten Küche.

Dann ging es aber richtig los. Erst etwas, dann immer mehr…

Elbepaddeln 2021, Weltuntergang…die nächsten 5 Stunden regnete es faktisch durch und zwar richtig heftig, unterbrochen von mittelheftig. Die Steuerfrauen/-männer waren teils mehr mit Wasser-aus-dem-Boot-schöpfen beschäftigt, als mit steuern. Echt der Hammer – einfach genial – muss man erlebt haben!!! Die Elbe wurde auch immer voller und damit noch etwas schneller, was uns dem Ziel (dem Aktivhostel „Ferdinands Homestay“ bei Halbestadt hinter Königsstein) zügig entgegenbrachte. Am Ende sind wir ca. 30 km gepaddelt und waren nass, wie es nasser nicht geht, aber irgendwie auch happy, diesen Weltuntergang er- und überlebt zu haben.

An dieser Stelle ein Lob der ganzen Gruppe: Ich habe nicht einen heulen oder maulen gehört und es war nie die Rede von abbrechen oder aussteigen – Respekt!!!

Elbepaddeln 2021, RegenverhangenIn der Herberge (mit Zeltplatz) angekommen hörte der Regen endlich auf und – noch besser – der Herbergs-Chef trocknete unsere nassen Sachen in 3 laaangen Gängen (so nass war alles) im Trockner. Dafür, für das tolle Frühstück und auch sonst Danke an die Herbergsleutchen. Der Abend war dann einfach nur schön: Draußen bei Wein und Bier und Würsten, die uns teilweise von einer hier untergebrachten Jugendgruppe spendiert wurden.

Gut erholt und bei wieder „normalen“ trockenem Wetter starteten wir am Sonntag auf die (vorerst) letzte Etappe.Die Hostel-Leutchen meinten zwar, das wäre zu gefährlich, des ganzen Treibguts nach dem Starkregen wegen; unser Verleiher sagte aber, wir sind doch sehr erfahren und könnten das mit Sicherheit handhaben – das haben wir natürlich auch!

Nach diesem irren Trip am Samstag war der Sonntag einfach mal unspektakulär und schön. Und weil die Elbe immer noch voll und schnell war, ging es gemütlich bis zum ca. 24 km entfernten Ziel, dem Kanuverleiher in Dresden-Wostra. Bei Pirna gab es die letzte Pause und Gelegenheit, Tesis Geburtstag mit einem angemessenen (grünen) Getränk zu feiern.

In unterschiedlichem Tempo hieß es dann mit einem weinenden und einem lachenden Auge – ob der Erinnerungen – Abschied nehmen. Einige genossen noch Eis, Kaffee und Kuchen in einem Freisitz am Neben-Elb-Arm in der Nähe des Bootsverleihs.

Letztendlich blieben Ireen, Helge, Markus und Micha auf dem benachbarten Zeltplatz und mieteten sich für die kommenden 5 Tage 2 Boote, um weiter nach Torgau zu paddeln.

Dazu nur kurz:

  • Erste Etappe bis Altkötschenbroda (ein sehr schönes Dorf mit vielen kleinen, niedlichen Geschäften bei/in Radebeul direkt an der Elbe), Camping im Bootsclub.
  • Zweite Etappe: Besuch im wunderschönen Meißen, anschließend Wildcamping vor Riesa.
  • Dritte Etappe: Ziel Nixenstein bei Strehla, Wildcamping und Schlossbesuch.
  • Vierte Etappe: noch einsamer, Wildcamping bei Elbe-km 142 hinter Belgern, einfach herrlich und genial zum Elb-Baden und um Strömung/Gegenströmung kennenzulernen.
  • Letzte Etappe: weit und breit Gegend, viele, viele Reiher und mehrmals Baden bei Hammer-Wetter bis Torgau, dort Besuch in unserem Traditions-Eiscafé. Dann Heul, Schluchz, Umarm und versprochenes, baldiges Wiedersehen.

Fazit:

  • Tolle Truppe – Alle!
  • Tolle Strecke auf der Labe/Elbe.
  • Irres Erlebnis am Weltuntergangstag.
  • Leider schon vorbei ;-(

Micha


PS: Demnächst wird es hier noch eine Bildergalerie mit noch mehr Fotos geben.

Link zur Ausschreibung: https://www.apricus-ev.de/component/icagenda/86-paddeln-auf-der-elbe?Itemid=101