26. Coswiger Radwandertage 2010 in Jena

02.04.2010 - 05.04.2010

Schön war's: Drei Tage radeln, schieben und schauen. So am Ostermontag, wo wir den Napoleonstein erwanderten. Einige waren schon abgereist.

Sonntag waren wir 40 Leute die in Vollradisroda einkehrten. Einige nutzten den Tag um gemächlich zum Mittagstisch zu kommen. Die anderen hatten zu tun: Punkte anzufahren und Bäume zu erraten. Alles nach Zeit natürlich, denn das war die Rallye.

Nachmittags fuhren wir zu einer Wüstung, wo der Osterhase was versteckt hatte. Die Suche fand bei herrlichem Wetter mit Sonne zwischen alten Bäumen statt.

Am Samstag, den ersten Tag in Jena, war ich mit auf der kleinen Radtour. Interessant auch die Spuren Napoleons und die Wasserburg. Dort waren die Kinder die mutigsten Kletterer.

Freitag war Anreise. Die Stadtführung im Dunkeln war höchstinteressant. Unterkunft und Verpflegung waren super, Danke an die Organisatoren, daß ich sagen kann: Schöne Ostern.

Steffen Gröhl


Bericht 2: Coswiger Radwandertage im thüringischen Jena - aus einer Berliner Sicht

Wie jedes Jahr hieß es auch in diesem: Auf die Räder und zu den Coswiger Radwandertagen, diese Jahr ins schöne Thüringer Land. Schon bei der Anreise am Karfreitag konnte um den weitesten, mit dem Rad zurückgelegten, Anreiseweg gekämpft werden, denn dieser wird alljährlich am Ende der CRWT prämiert. Doch das war für die meisten zweitrangig; entscheidend waren wie immer das Wetter und der Grad der Fitness, der nach langen Wintertagen noch vorhanden ist. In diesem Jahr war uns der Wettergott hold und bescherte uns mildes, sonniges Osterwetter. Das ließ uns 10 Berliner frohgemut in den Zug steigen und in Richtung Jena fahren. Unterwegs sammelten wir noch drei echte Coswiger und 3 ebenso echte Leipziger ein und waren nun schon so etwas wie ein mittelgroßes Radwandergrüppchen. Doch alle hatten nur ein Ziel: auf dem Saaleradweg nach Jena zu radeln. Wir entschlossen uns, in Leißling, kurz hinter Weißenfels, mit dem Saaleradweg zu beginnen. Das schöne Wetter ließ uns beschwingt in die Pedale treten und durch Wald und Wiesen, Felder und kleine Örtchen fahren, wobei wir Naumburg samt Dom links liegen lassen mussten und erst in Bad Kösen unsere erste Pause unterm Schatten des Gradierwerkes einlegten. Danach galt es, den ersten wirklich anspruchsvollen Anstieg hinauf zur Rudelsburg zu bewältigen, wofür wir mit einem grandiosen Blick ins Tal belohnt wurden. Nun wurde es tatsächlich immer hügeliger und damit thüringischer. Irgendwann kam Jena in Sicht, das Ziel unserer Wünsche über Ostern, jener Ort aus Tradition und Moderne, sowie landschaftlich schöner Umgebung. Gegen Abend kamen wir oben im Jugendgästehaus Am Herrenberg nach ca. 65km an. Genau in diesem Moment startete eine kleine Stadtführung per Rad durch Jena mit Osama, an der wir Anradler aus Energiegründen nicht mehr teilnehmen konnten. Diejenigen, die es aber taten, kamen nach 2 Stunden zwar durchfroren, aber mit zahlreichen Anekdoten und Wissenswerten sowie begeistert von Osamas Erzählkunst wieder. Der Abend klang in allgemeiner Wiedersehensfreude aus, denn auch die anderen insgesamt 45 Teilnehmer/-innen hatten den Weg hinauf in die Herberge gefunden.

Der Ostersamstag begann wettermäßig fast so schön wie der Karfreitag: Heute stand die große Radtour mit Alex und Dirk oder die kleine mit Osama und Heiko an. Die große Radtour, an der ich teilnahm, führte uns zunächst nördlich entlang des Saaletals durch hügeliges Land, welches sich ins sogenannte Gleistal im LSG Mittleres Saaletal weiterzog. Wir durchradelten Dörfer mit so klangvollen Namen wir Golmsdorf, Graitschen oder Nausnitz, ehe wir in den kleinen Ort Thalbürgel landeten. Hier gab es Gelegenheit, die Klosterkirche des ehemaligen Benediktinerklosters aus dem 12. Jahrhundert zu besichtigen. Einst muss es eine große Anlage mit Hospital, Ställen und Scheunen gewesen sein. Heute werden noch einige Gebäude davon als Museum o.ä. genutzt. Weiter ging es nach Eisenberg und dem 8 km langen, idyllischen Eisenberger Mühltal, welches mich sofort an das Stobbertal in der Märkischen Schweiz erinnerte. Mitten im Mühltal bei Klosterlausnitz legten wir eine Mittagspause in der Naupoldsmühle, einer der zahlreichen ehemaligen Mühlen, ein. Gegenüber gab es im Mühltalmuseum u.a. Wissenwertes über die Mühlen des Tales zu erfahren und über den einst im Jahr 1930 und weiteren 5 Jahren stärksten Mann der Welt: Milo Barus, der in einer der Mühlen eine zeitlang wohnte. Gut gestärkt fuhren wir weiter durch das NSG Zeitzgrund bei Stadtroda, wobei sich das Zeitzbachtal fast ebenso lieblich wie das Mühltal zeigte. Entlang vieler ehemaliger Mühlen, die heute oft Ausflugsgaststätten sind, ging es zurück ins Saaletal. Gegen Abend erreichten wir nach ca. 70km unsere Herberge. Fast zu gleicher Zeit bog auch die Gruppe der kleinen Tour um die Ecke. Der Abend wurde zum einen mit einem Fotovortrag von Alexander Roth über die CRWT im letzten Jahr in Coswig versüßt, zum anderen mit dem Austüfteln der besten Rallye-Strecke für den nächsten Tag verbracht.

Der Ostersonntag stand wie immer im Zeichen der alljährlichen Fahrrad-Rallye. Pünktlich um 10 Uhr starteten die Teilnehmer/-innen im 2-Minuten-Takt und mussten als erstes ihre Ostertauglichkeit auf einer Kurzstrecke bis zu ihrem Rad per Ei auf dem Löffel zurücklegen. Jeder hatte nun Gelegenheit, seine am Vorabend ausgetüftelte Route in Jenas hügeliger Umgebung in die Tat umzusetzen, möglichst viele der 25-er, 50-er oder 100-er Punkte zu sammeln und pünktlich nach 3 Stunden am Ziel zu sein. Zusatzpunkte konnten diejenigen erringen, die sich in Wald und Flur oder Jenas Geschichte und Gegenwart auskannten. Wie alljährlich gab es wieder viele Begebenheiten, die einer Rallye dann auch die nötige Dramatik gaben: Stürze, zerrissene Hosen, verloren gegangene Pedalen bis hin zu ganzen Rädern, Reifenpannen sowie Rallyepunktekarten, die vom Winde verweht aus Teichen gefischt werden mussten. Aber alle erreichten irgendwie und irgendwann dann doch das Ziel – Vollradisroda zum gemeinsamen Mittagessen. Hier konnten erst einmal die Erlebnisse ausgetauscht und sich gestärkt werden. Danach machten wir uns auf, ins nahe gelegene Märzenbecher-Gebiet, welches uns zwar nur noch wenig blühende Märzenbecher finden ließ, dafür umso mehr Schlüsselblumen, Veilchen, Buschwindröschen, Leberblümchen oder Lungenkraut. Nun ging es ans alljährliche Ostereiersuchen – diesmal geschichtsträchtig in einer ehemaligen Wüstung aus dem 16. Jahrhundert mitten im Wald. Sogar die Sonne zeigte sich und ließ sonntägliche Stimmung aufkommen. Auf dem Rückweg machten wir noch kurz Halt am Gedenkstein von Ernst Haeckel und schauten hinab auf Jena und zu den Muschelkalk- und Buntsandsteinhängen, die Jena umschließen, wie in einem Kessel liegen lassen und auf denen seltene Orchideenarten wachsen sollen. Dann kehrten wir in unsere Herberge zurück und grillten zum Abendbrot, während die Organisatoren die Rallye durchrechneten. Zu späterer Stunde fand dann die Auswertung der weitesten Anreise sowie der Rallye statt. Die Rallyeauswertung wurde dabei in Männer, Frauen und Kinder vorgenommen, aber in diesem Jahr ohne Altersgruppen und ohne jegliche Extrapunkte z.B. für Jüngere oder Frauen. Alle Teilnehmer wurden für ihr Rallye-Ergebnis gewürdigt und für die drei Erstplazierten jeder Gruppe gab es kleine, oft regionale, Präsente. Der Abend klang in gemütlicher Runde aus.

Der Ostermontag war reichlich kühler als die vergangenen Tage. Trotzdem bestand noch die Möglichkeit, etwas Kleines zu unternehmen - für all jene, die noch nicht gleich am Morgen abreisen mussten. Zunächst machten wir einen kleinen Abstecher zu dem relativ neuen Werk von Carl-Zeiss-Jena und Osama berichtete uns davon, wie einst der Physiker Ernst Abbe, der Chemiker Otto Schott und der Unternehmer Carl Zeiss die Grundlagen der modernen Optik schufen, die Firma Carl Zeiss gründeten und zu Weltruhm verhalfen. Dann radelten wir ein Stück und stiegen über die Sonnenberge zum Napoleonstein hinauf, der auf einem Teil des Schlachtfeldes von 1806 errichtet worden war. Von hier hatte man einen guten Rundblick auf Jena und Umgebung. Die Leuchtenburg bei Kahla und den Ettersberg bei Weimar konnten wir aber fast nur erahnen, da die Sicht heute nicht so ausgezeichnet war, wie es dafür wünschenswert gewesen wäre.

Nach einem guten Mittagessen hieß es Abschied nehmen. Wir machten uns wieder auf die Heimreise – voller Eindrücke und Erlebnisse und freuen uns schon aufs nächste Jahr. Besten Dank an die vier Organisatoren der diesjährigen CRWT.

Anke Meißner


Galerie


Wettbewerbsauswertung

Weitbeteiligung

  1. Jakob Koch: 574
  2. Anke Meißner: 506
  3. Frank Petrovsky: 468
  4. Maiken Albert: 450
  5. Andreas Koch: 438
    Markus Grabolle: 438
    Christian Bölling: 438
    Michael Kraus: 438
    Helge Rochhausen: 438
  6. Ute Stautmeister: 436
  7. Thomas Stark: 390
  8. Susanne Koch: 380
    Patricia Steinborn: 380
    Anke Siegemund: 380
    Xenia Marschan: 380
  9. Sandra Knissel: 310
  10. Katharina Jacob 280

Rallye

Kinder:
  1. Erik Geissler: 325
  2. Aljoscha Geissler: 325
  3. Jakob Koch: 265
  4. Mareike Koop: 235
    Arvid Koop: 235
  5. Meret Frank: 190
Damen:
  1. Anke Meißner: 325
  2. Alexandra Kolbinger: 310
  3. Steffi Dresselt: 290
  4. Anke Siegemund: 250
    Susanne Koch: 250
  5. Gudrun Koop: 235
  6. Katharina Frank: 205
  7. Ute Stautmeister: 185
  8. Katja Geissler: 80
  9. Patricia Steinborn: -10
  10. Sandra Knissel -30
Herren:
  1. Gabor Peter: 330
  2. Heiko Meyer: 325
    Torsten Scheiner: 325
  3. Juri Tripelhorn: 315
  4. Jim Kramer: 310
  5. Michael Kraus: 290
    Sven Pfeiffer: 290
  6. Andreas Koch: 280
    Frank Petrovsky: 280
  7. Helge Rochhausen: 240
    Joachim Sommer: 240
  8. David Giskes: 235
    Alexander Koop: 235
  9. Thomas Stark: 225
    Mariano Pineiro: 225

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