Kanutour 2015 auf der Mecklenburgischen Seenplatte

13.05.2015 - 17.05.2015

Von Wesenberg nach Wesenberg

Foto Paddeltour um Wesenberg

Jetzt fahr'n wir über'n See... nicht nur über einen, sondern über mehr als sieben! Jedoch nicht sieben auf einen Streich, sondern verteilt auf vier Paddeltage. Als Rundreise geplant, starteten wir, von einem vielsprachigen Vogelgezwitscher geweckt, in Wesenberg nach unserer ersten Übernachtung. Unser Weg führte uns zunächst vom Woblitzsee über die Obere Havel, dem Drewensee hin zum Finowsee. Mit uns waren viele andere, vielgestaltige Wasserfahrzeuge unterwegs - von Jachten in allen Größen, über Flöße, Tretboote bis hin zu Bungalowbooten. Die wenigsten wurden mit Muskelkraft angetrieben und waren dementsprechend lauter und unbeweglicher als unsere kleine Reisegruppe.

In der Nähe der Hausbrücke bei Ahrensberg war unser erster Halt und eine kleine Stärkung vorgesehen. Hier ließen wir uns von heißen Getränken wärmen und uns geräucherten Fisch, Soljanka und Brötchen schmecken. Nach der Pause lagen noch ein kleiner Abschnitt des Wangnitzsees, der große Priepertsee und nach einer weiteren Pause der Ellbogensee und der Ziernsee vor uns. Am Campingplatz angekommen, schlugen wir die Zelte auf und genossen die letzten Sonnenstrahlen.

Foto Paddeln um Wesenberg

Am Freitag setzten wir unsere Rundtour fort, zunächst wie wir sie am Vorabend beendet hatten. Es ging zurück über den Ellbogensee nach Priepert, wo wir uns die Dorfkirche ansahen und der eine oder andere noch spannende Lektüre für die Weiterfahrt fanden. Um von dem Ellbogensee in den Großen Pälitzsee zu gelangen, mussten wir die erste Schleuse nutzen, um die unterschiedlichen Pegel zwischen den Seen zu überwinden. Der Zeltplatz am Großen Pälitzsee war nach dieser recht kurzen Etappe unser Ziel. Wir erreichten ihn bei strahlendem Sonnenschein und beschlossen den Nachmittag und Abend mit einem gemütlichen Abendessen am Steg zu verbringen. Mit sinkender Sonne sanken auch die Temperaturen merklich, so dass wir den Abend an einem wärmenden Lagerfeuer verbrachten.

Am folgenden Tag weckte uns nicht die Sonne, sondern ein grau verhangener Himmel - eine Aussicht auf nicht nur Nässe von unten. Wir hatten heute unsere längste Etappe vor uns. Das setzte einen frühen Aufbruch voraus und ein ausdauerndes Paddeln trotz Wellengang, Gegenwind und Sprühregen... und Piratenangriffen, mit dem Ziel Süßigkeiten zu erbeuten. Die gefährliche Überfahrt wurde jedoch von allen gemeistert und wir wurden mit einem naturnahen Campingplatz am Ende eines ruhigen Sees belohnt. Bevor es aber soweit war, paddelten wir von dem Großen Pälitzsee in den Kleinen Pälitzsee und anschließend in den Labussee, auf der Suche nach der Canower Schleuse. Mittlerweile hatte sich das Feld der Paddler weit auseinandergezogen, dass wir zwei Schleusendurchgänge brauchten, um dann gemeinschaftlich über den Großen Reetschsee in den Vilzsee zu gelangen. Diesen ließen wir aber links liegen und bogen in einen naturnahen Kanal ein, um zur Fleether Mühle zu gelangen. Bei einem Mittagessen mit Rotkäppchen, dem bösen Wolf und dem Räuber Hotzenplotz sammelten wir Kraft für das Übertragen der Boote und das letzte Stück des Weges. Der langgezogene Rätzsee verlange - obwohl frei von Motorbooten - noch mal einige Anstrengung, um gegen Wind und Wellen anzukommen. Den Abend ließen wir am Lagerfeuer mit Geschichten, Liedern und Gesprächen ausklingen.

Foto Paddeln um Wesenberg
Manchmal geht's nur rückwärts

Unser Abreisetag begann mit der Aussicht auf ein sehr schönes Stück naturnaher Flusslandschaft, nachdem wir den Rätzsee und den Grobenowsee verlassen hatten. Das Drosedower Beek, das die beiden vorgenannten Seen verband, zeigte sich bereits als naturnah. Es teilte ein von Erlen und Sumpfdotterblumen gesäumtes Sumpf­land, in dem Sprosser und Zaunkönig ihre Rufe ertönen ließen. Vom Grobenow­see führte ein kleiner Kanal in den Klenzsee von dem aus ein versteckter schmaler Flusslauf in den Balinkasee führte. Dieser kleine verwunschene, schilfbestandene und blühende See mündete in einen schmalen Wasserlauf, durch den wir vorwärts oder rückwärts fahrend die Umtragestelle bei Wustrow erreichten. Für einige war an dieser Stelle der schöne Paddelausflug beendet, da sie ihre lange Heimreise rechtzeitig antreten mussten. Der andere Teil der Gruppe beendete die Rundreise durch den Plätinsee und gelangte durch die Schwaanhavel wieder nach Wesenberg.

Herzlichen Dank an Matthias und Frank für die Planung und Marianne, die uns gemeinsam mit Frank an diesen Tagen durch die Seen gelotst haben und diese Tour ermöglichten.

Kathrin Frank

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